Change Readiness Index: Wie flexibel begegnen Wachstumsmärkte dem Wandel?

Klimaschutz, Energieversorgung, die Regulierung der Finanzmärkte - globale Fragen, auf die nicht nur die Staatengemeinschaft, sondern auch jedes Land für sich Antworten finden muss. KPMG International und das Overseas Development Institute (ODI) haben analysiert, wie Wachstumsmärkte und Schwellenländer mit Chancen und Risiken im globalen Umfeld umgehen.


Der "Change Readiness Index" (PDF, 2,4 MB) zeigt anhand wirtschaftlicher, politischer und sozialer Faktoren - wie demografische Entwicklung und Staatsverschuldung - wie gut ein Land dem Wandel begegnen und die damit verbundene Möglichkeiten nutzen kann. Kombiniert mit anderen Indizes und Informationen hilft der "Change Readiness Index" dabei, bessere Prognosen über die wirtschaftliche Entwicklung eines Landes zu erstellen. Dabei wird deutlich: Wer besser auf den Wandel eingestellt ist, kann auch nachhaltiger wachsen.

Nützliches Werkzeug für Investoren 
Die Einflussgrößen der Anpassungsfähigkeit dienen beispielsweise Investoren als Hinweise auf Wachstumschancen. Auch Risiken lassen sich besser identifizieren, da der Index auch Schwachstellen in Wirtschaft, Politik und Sozialsystemen offenlegt. Das "Change Readiness Tool" beinhaltet neben dem Gesamtindex auch Einzelindizes, die jeweils die "Change Readiness" eines Landes in verschiedenen Bereichen abbilden. Das Tool ermöglicht auch, mehrere Länder im Vergleich zu betrachten. 

Überraschende Ergebnisse
Die ersten drei Plätze im Ranking belegen Chile, Tunesien und Taiwan. Besonders interessant sind die Ergebnisse im Hinblick auf vermeintlich ähnliche Märkte. Chile und Brasilien beispielsweise gelten als äußerst konkurrenzfähig, im "Change Readiness Index" jedoch führt Chile auf Platz eins, Brasilien steht erst an 31. Stelle. Dies ist vor allem durch makroökonomische Entwicklungen wie die Inflationsrate und die Staatsverschuldung Brasiliens zu erklären.

Ähnlich verhält es sich mit Thailand und Malaysia - zwei Länder mit ganz ähnlichen Entwicklungen des Bruttoinlandsprodukts. Malaysia belegt Platz sieben, Thailand liegt auf Platz 32 des Indexes. Malaysias besseres Abschneiden erklärt sich vor allem mit den Anstrengungen der Regierung des Landes, gegen Korruption und Kriminalität vorzugehen und die Infrastruktur auszubauen.

Blick in die Zukunft
Überraschend scheint auch die hintere Platzierung Russlands auf Platz 51. Doch der "Change Readiness Index" betrachtet nicht primär die bereits vollzogene Entwicklung, wie in Statistiken üblich. Er ist ganz auf die Einschätzung zukünftiger Entwicklungen ausgerichtet.

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