Energiesparer gesucht

Sie gilt als einer der schnellsten Wege zur Senkung von CO2-Emissionen und als Schlüssel gegen den Klimawandel: die Optimierung der Energieeffizienz. Der potenzielle Beitrag der Industrie ist enorm.

Energiekosten: Ein wichtiger Wettbewerbsfaktor
Energie ist ein gefragtes Gut: Nach Angaben der Internationalen Energie Agentur (IEA) hat sich der aktuelle Stromverbrauch im Vergleich zu 1973 bereits um mehr als das Dreifache erhöht. Tendenz weiterhin steigend. Dabei geht ein Großteil des Verbrauchs auf das Konto der Industrie. Der EAI zufolge müsse der weltweite Kampf gegen die steigenden CO2-Emissionen vor allem durch die Steigerung der Energieeffizienz bestritten werden.    

In den USA hat die dortige Regierung unter Präsident Barack Obama die Energieeffizienz zu einem Hauptbestandteil ihrer nationalen Wachstumsstrategie erkoren. Wie Professor Eberhard Jochem vom Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung beobachtet, könnte die Energieeffizienz in der Industrieproduktion viel schneller realisiert werden, wenn die Unternehmen anders über ihre Investitionen entschieden.

"Ein Großteil der Unternehmen entscheidet über Investitionen zur Energieeffizienz nicht mittels einer Lebenszykluskostenanalyse, sondern anhand der Amortisationszeit." Diese historisch erlernte Entscheidungsroutine, die daran ausgerichtet ist, dass sich Investitionen innerhalb von drei Jahren gerechnet haben müssen, sei derzeit das größte Hemmnis für energieeffiziente Investitionen und zum Beispiel in Deutschland bei 85 Prozent aller Unternehmen verbreitet.      

Wege zur Effizienz: Zukunftstechnologien helfen
Effizienzsprünge können auf der einen Seite durch den Einsatz verbesserter Querschnitttechnologien erzielt werden. Auf der anderen Seite steht auch der Produktionsprozess im Vordergrund, zum Beispiel die Frage, wie sich die Metallschmelze oder die Maschinenabkühlung am energiesparendsten gestalten lassen. Noch ist ein systemisches und fest implementiertes Energiemonitoring, das Synergieeffekte und Einsparpotenziale aufspürt, nicht die Regel.  

Helfen können auch Zukunftstechnologien wie Supraleiter, die zu einer Energieersparnis von etwa 50 Prozent führen - bei gleichzeitiger Steigerung der Produktivität um 25 Prozent. Noch scheitern viele Konzepte jedoch am verhältnismäßig hohen Materialpreis, der eine Maschine mit mehreren hundert Kilometern Supraleiter-Drähten schlichtweg verteuert. Den oft höheren Investitionskosten, vor denen noch viele Unternehmen zurückschrecken, stellt der Zentralverband der Elektroindustrie das Einsparpotenzial gegenüber, das mit Hilfe von Automatisierungstechnologien erreicht werden könne.

"Wird die Produktion so gesteuert, dass alle Anlagen im Optimum fahren, sind Energieeinsparungen von zehn bis 25 Prozent möglich. Allein in der deutschen Industrie können dadurch bis zu 7 Milliarden Euro pro Jahr eingespart werden", rechnet Felix Seibl, Geschäftsführer des Fachbereichs Messtechnik und Prozessautomatik, vor. Und ergänzt: "Die Maßnahmen und Investitionen sind wirtschaftlich. Sie amortisieren sich oft schon innerhalb eines Jahres."  

 

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Publikationscover Manufacturing Now

Manufacturing Now, Ausgabe Herbst 2010: Energiesparer gesucht

Der Klimawandel ist so präsent wie nie zuvor: Stehen wir vor der Industriellen Revolution des 21. Jahrhunderts? Weitere Themen: Cyperspace - Wie sich das Militär gegen Hackerangriffe wappnet. Neue Erzfeindschaft - Wie sich der Preis für Eisenerz ändert. Auf verschlungenen Pfaden - Wie Unternehmen mit Szenarioplanungen einen Blick in die Zukunft werfen können.

Datum: 01.12.2010 | Größe: 3441,33kB

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